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Dienstag, 1. Juli 2008

W. Kraushaar über die 68'er

Am Di, 1. Juli, 19 Uhr spricht Wolfgang Kraushaar in Hörsaal IV über
"achtundsechzig". Er ist Politologe in Hamburg und beschäftigt sich vor
allem mit Protest und Widerstand in der Geschichte der BRD. Veranstalter
ist die "Freie Universität Augsburg"

Mittwoch, 30. Januar 2008

Postkartenübergabe live

Wir haben heute mit etwa 60 Studierenden die Erweiterte Unileitung "besucht".
Nach einigem Hin und Her wurden kistenweise Postkarten ausgeleert - es gab einige Redebeiträge. Herr Zimmermann, als Studiengebührenbefürworter, hat Herrn Bottke alles ins Ohr gelegt und mit Verwaltungskniffen versucht, das Anliegen Studiengebühren jetzt auf 300 Euro zu senken, zu unterwandern.

Spontan versammelten sich anschließend einige Studierende vor dem Rektoratsgebäude und diskutierten über das Geschehene sowie über ein weiteres Vorgehen und es gab einige Redebeiträge am Offenen Mikrofon.

Zur Sitzung:
Nachdem wir raus waren, wurde die Abmachung den Tagesordnungspunkt "Senkung der Studienbeiträge" vorzuverlegen, - so wie vorher abgesprochen - wieder nichtig. Die tatsächlichen Beratungen dauerten von 17:25 an ... Um 19:00 Uhr treffen sich nochmal einige vor der alten Cafete um auch weiteres zu beraten -

Update : 18:34 ... vermutlich Antrag abgelehnt, Begründung kommt ...

Update : 20:00 ... Eine wirkliche Begründung wird es wohl erst geben wenn es das Protokoll der EULe Sitzung gibt, der Antrag von Andreas Riedl als Studentischen Vertreter wurde von dem Gremium wohl fast Einstimmig abgelehnt.

Sonntag, 9. Dezember 2007

Hochschulinterne Demokratie?

Warum es unter diesen Umständen nichts mitzubestimmen gibt

Etwas mehr als zehn Prozent beträgt die studentische Wahlbeteiligung an den Hochschulwahlen in Augsburg jedes Jahr. Statt jedoch in den Chor derjenigen einzustimmen, die hierin ein Zeichen von Politikverdrossenheit und mangelndem Interesse an Mitbestimmung sehen, ist die niedrige Wahlbeteiligung als einzig adäquate Antwort auf die Umstände zu werten.

Bei den Hochschulwahlen hat jedeR StudentIn die Möglichkeit, jeweils zwei studentische VertreterInnen für den Senat, den fakultätsinternen StuRa und den gesamtuniversitären Konvent zu wählen. In den höchsten Leitungsgremien der Universität, den fakultätsinternen Fachbereichsräten und dem gesamtuniversitären Senat, sind Studierende dann mit je zwei SprecherInnen vertreten. So das bisherige “Augsburger Modell”. Hält man sich vor Augen, dass Studierende die weit größte Gruppe an der Uni darstellen, mutet es schon recht albern an, diese geringfügige Mitsprachemöglichkeit als hochschulinterne Demokratie auszugeben.

Die aktuellen Hochschulreformen bringen jedoch Neuerungen: Aus dem (erweiterten) Senat wurde die erweiterte Hochschulleitung, aus dem bisherigen Kanzler der Präsident (bzw. eines fernen Tages vielleicht auch einmal die Präsidentin) der Uni Augsburg. Wer jetzt allen Ernstes meint, damit habe eine Demokratisierung der Strukturen Einzug gehalten, die ihren Namen verdient, darf getrost gefragt werden, wo er/sie denn die letzten Jahre verbracht hat. Der Einfluss von Profs und WirtschaftsvertreterInnen wurde in der erweiterten Hochschulleitung gestärkt, der von akademischem Mittelbau, Studierenden, wissenschaftsstützendem Personal und anderen Gruppen nocheinmal reduziert. Die bisher zwei stimmberechtigten VertreterInnen wurden durch eine stimmberechtigte Person ersetzt, die aber durch bis zu drei Delegierte unterstützt werden kann, die sich gnädigerweise an den Diskussionen, nicht jedoch an den Abstimmungen beteiligen dürfen.

Unter solchen Rahmenbedingungen kann studentische Mitbestimmung nur zur Farce verkommen. Was studentische VertreterInnen erreichen können, hält letztlich vom goodwill des Präsidenten ab. Effektive und kritische Einflussnahme ist damit unmöglich. Zweifellos ist es richtig, dass man in Senat bzw. erweiterter Hochschulleitung auf Grund der intransparenten Uni-Strukturen als StudentIn Dinge erfährt, die man sonst wenn überhaupt erst sehr viel später mitbekommen würde. Von daher macht die Anwesenheit studentischer VertreterInnen Sinn. Sich jedoch einzubilden, von dort aus mitbestimmen zu können, ist schlichtweg eine Verkennung der Tatsachen.
Die Nicht-Beteiligung an den Hochschulwahlen ist also kein Ausdruck von politischem Desinteresse, sondern die einzig adäquate Reaktion auf ein System, in dem konstruktive Mitarbeit den Tod für jegliche Art erstgemeinter Kritik darstellt.

Donnerstag, 27. September 2007

Was bin ich?

Die Gäste bei Robert Lembke hatten es gut: Sie durften eine Geste vorführen, die das Rateteam auf die Spur zum meist seltenen Beruf des Gastes bringen sollte. Selbst eine Hausfrau – deren »Beruf« nach Lembkes Meinung nicht von Männern ausgeführt werden könne – find ihren Weg in die Sendung. In unserer manchmal als postmodern bezeichneten Zeit könnte man auf die Idee kommen, dass die Reduktion eines Menschen auf seine berufliche Tätigkeit kritikwürdig ist.

Mit der Einführung von Studiengebühren fällt die Universität jetzt lange vor die Moderne zurück: Die Idee, »Studienbedingungsverbessernde Ressourcen (!)«, die aus Studiengebühren finanziert wurden, auch im Internet entsprechend zu kennzeichnen, macht auch vor den neu eingestellten MitarbeiterInnen nicht halt. Auf den Seiten von einigen DozentInnen findet sich das Logo mit dem Schriftzug »Ich bin Dein Studienbeitrag«, das sie zum Humankapital der besonderen Art degradiert.

Was bedeutet diese »Auszeichnung« eigentlich? Darf ein Student von solchen DozentInnen mehr erwarten, weil er sie ja bezahlt hat? Sind auch gute Noten käuflich? Einiges spricht dafür, dass die neuen MitarbeiterInnen selbst ihre Vorbehalte gegen Studiengebühren weniger deutlich äußern. In dieser Beziehung wurden sie also schon gekauft.

Tatsächlich ist jedes einzelne online und offline angebrachte Logo ein Denkmal für den Rückzug des Freistaats aus der Finanzierung seiner Hochschulen. Das sollte auch an den Büchern und Computern stehen, die neu angeschafft wurden. Den neuen MitarbeiterInnen braucht man aber auch das nicht ansehen zu können. Sie sind kein Studienbeitrag, sondern Mitglieder einer Gemeinschaft von Forschenden und Lehrerenden – wie es sich für eine Hochschule gehört.

Donnerstag, 12. Juli 2007

Dumpinglöhne für DozentInnen

Dem Newsletter der Fachschaft Soziologie konnten wir folgende
Stellenausschreibung entnehmen:

TUTORIENAUSSCHREIBUNG FÜR DAS WINTERSEMESTER 2007/08
Die Studiengebühren machen es möglich, dass in diesem Kalenderjahr einige zusätzliche vergütete Tutorien angeboten werden können. Sprich es entsteht die Möglichkeit Euer Studium an einen kleinen Verdienst zu koppeln. Die meisten Tutorienmittel sind jedoch in diesem Kalenderjahr im Rahmen von Lehrveranstaltungstutorien gebunden. In Zusammenarbeit mit der Fachschaft sind zwei Tutorien im Wintersemester 2007/08 vorgesehen. Die Tutorien werden pro Monat mit ca. 350 Euro netto vergütet. Bei den „Fachschaftstutorien“ entfällt eine halbe Tutorstelle auf einen Tutor. Tutor kann jeder Soziologiestudierende mit abgeschlossener Zwischenprüfung im Fach Soziologie werden.
Die problematische Entwicklung im Bereich der von Studiengebüren finanzierten Stellen wird an diesem Punkt nochmal besonders deutlich:

EinE DozentIn (mit Hochschulabschluss) mit einer halben Stelle hat normalerweise eine Lehrverpflichtung in Höhe von 2,5 Semesterwochenstunden. Das sind 1 1/4 Seminare. Dafür verdient mensch knapp 1000 EUR netto. Insbesondere diejenigen, die aus Studiengebühren finanziert werden, müssen 5 Semesterwochenstunden Lehre machen, d.h. 2,5 Seminare pro Semester leiten. Es gibt durchaus 50%-Stellen, als sog. Lehrkräfte mit besonderen Aufgaben, eine Lehrverpflichtung von 9 SWS, d.h. 4,5 Seminaren erfordern, wie aus dem Screenshot ersichtlich wird. (Da verbringt mensch dann schon fast die Hälfte der Arbeitszeit im Seminarraum.) Praktisch alle Stellen in dem Bereich sind befristet (1 Semester, 1 Jahr, 2 Jahre).

Die Lehrenden bekommen also pro Lehrveranstaltung und Monat folgendes Gehalt:
  • DozentIn, 50%, »normal«: 800 EUR
  • DozentIn, 50%, aus Studiengebühren: 400 EUR
  • DozentIn, 50%, Lehrkraft für besondere Aufgaben: 222 EUR
  • StudentIn als Tutor: 175 EUR
Mit den Studiengebühren einher geht also Lohndumping im Bereich der universitären Lehre. Wie dies die Qualität der Lehre verbessern soll ist schleierhaft. Auch die Arbeitsmarktbedingungen für künftige AkademikerInnen geraten so massiv unter Druck.

Schließlich gibt es im Bereich der studentischen Hilfskräfte, für die von gewerkschaftlicher Seite zu Recht immer eine (höhere) tarifliche Entlohnung gefordert wurde, eine neue Oberklasse.

Das ist ausdrücklich nicht als Kritik an denjenigen gemeint, die die Stellen künftig ausfüllen werden, jedoch gibt die Entwicklung insgesamt sehr zu denken.

 
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